Die Vorburg

3 Dinge, die man beim Schlösser- und Burgenkauf bedenken sollte

Wir schreiben Geschichte(n) auf und mit der Vorburg von Burg & Schloss Allstedt. Da kann es nicht schaden, zwischendurch mal die augenscheinlichsten Dinge in einer Liste zusammenzufassen. Für andere, als Ratgeber, zur Abschreckung oder Material einer RTL2 Reportage 🙂

Hier die aktuellen 3 Dinge, die man beim Schlösser- und Burgenkauf bedenken sollte:

Es dauert oftmals länger als gedacht

Man plant, verwirft, plant neu. Kalkuliert ausreichend Zeit, dann mehr als ausreichend Zeit, dann wahnwitzig viel Zeit für die Umsetzung ein. Dann spricht man mit den ersten Beteiligten und stellt fest: alles nicht ausreichend. Man hat mit Behörden zu tun. Diese sind für Ihre Geschwindigkeit und Auffassungsgabe nicht sonderlich positiv bekannt. Hinzu kommt, dass NIEMAND einen Fehler machen möchte, bzw. irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden will. Schön alles abgeben, in die Länge ziehen, kompliziert machen und bis ins kleinste Detail pingelig sein. Typisch deutsch eben. Traurig, aber wahr. Da die Ruhe zu bewahren fällt schwer, sehr schwer.

Ein altehrwürdiges Gemäuer schreckt ab

“Ohh eine Burg, ein Schloss. Finde ich nicht in meinen Unterlagen, Statistiken, Formfeldern! – das wird nicht billig, das wird lange dauern.” Genauso denken es die meisten. Planer sehen Probleme an allen Ecken, bauen gerne Ihr Engagement aus um die Planungskosten entsprechend hochzutreiben und wie in Punkt 1 dann am Ende für NICHTS haftbar zu sein. Stimmt auffallend und leider überwiegend. Ebenfalls auffallend, wie sich doch mittlerweile durchgesetzt hat, alles aufzuzeigen was nicht geht, statt zu zeigen was geht. Hier kommen wir wieder zu Punkt 1, alles dauert, alles wird teils grotesk und wie im Kindergarten. Bild malen, erklären, abfragen. Versetzung gefährdet, von vorne beginnen. Handwerker finden, Versicherungen finden und allen erklären, dass es sich, nüchtern betrachtet, nicht in jedem Fall um Schloss Sanssouci handelt, sondern vielleicht “nur” um eine Anlage mit zwei Einfamilienhäusern, Stallungen und einem Mehrfamilienhaus. Eigentlich nichts wildes, wenn man sich von dem Bauwerk blenden läßt, ohne einen sinnenhaften Ansatz für die machbare Sanierung finden zu wollen, oder zu können. Wieder alles verkompliziert, obgleich es doch recht einfach sein könnte…

Eigentum verpflichtet

Ein Denkmal ist schon nicht ohne. Da geht viel Zeit rein, viel Geld. Private Zeit, kostbare Zeit, viel Geld, privates Geld. Da stehen Existenzen auf dem Spiel. Da sagt es sich richtig leicht. Eigentum verpflichtet. Da hätte man sich auch eine Doppelhaushalte kaufen können. Hätte man. Weniger Spaß, weniger Stolz, weniger Geschichte, weniger Gestaltungsspielraum. Ein altehrwürdiges Gemäuer wie beispielsweise “Die Vorburg von Burg und Schloss Allstedt” verpflichtet und verzaubert. Dahinter steckt die Magie, warum es immer noch Menschen gibt, die eben nicht wie Sie und andere nach einer Doppelhaushälfte mit kleinem, vor allem blickdichtem Zaun streben, sondern alle Risiken und Torturen auf sich nehmen, um ein Stück Geschichte zu bewahren, selbst mit Leben zu füllen und für die Nachwelt zu erhalten. Wirtschaftlich sinnvoll, korrekt, mit viel Risiko und Weitsicht. Trotz aller Gegenwinde, Menschen und Instanzen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einem das Leben schwer zu machen. Nicht aus dem persönlichen Antrieb, sondern aus einem System heraus, welches es sich sichtlich schwer macht den Erhalt und die Kraftanstrengung für den Denkmalschutz entsprechend zu würdigen.

Die Allgemeinheit beginnt so langsam zu verstehen, was es heißt ein Denkmal zu bewahren und es für die Öffentlichkeit sichtbar, teils wieder zugänglich zu machen. Der Tag des offenen Denkmals in Deutschland zeigt dies auffallend. Es gibt mehr Mitstreiter/innen, als man denkt. Im Falle von Sachsen-Anhalt, dem Land, über das man schreibt, es habe mehr Denkmäler als ganz Frankreich, verbünden sich diese im Verband “Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt e.V.”
Eine Selbsthilfegruppe? Mitnichten. Engagierte Privatleute, die Ihre liebevoll restaurierten Schätze hegen, pflegen und der Allgemeinheit zugänglich machen. Jeder Besuch wird geschätzt und zählt, für die Moral und das Portemonnaie. Denn hier zählt jeder Euro, hier wird jeder Euro sinnvoll eingesetzt, hier wird für jeden Euro Verantwortung übernommen. Hier wird jeder Besuch, jede Wertschätzung, jeder Euro sehr geschätzt. Zum Wohle aller. Danke für Ihren Besuch eines Denkmals im Jahr 2019. Hier geht es übrigens zu unseren Veranstaltungen 🙂

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